Logo

Kirchliche Bibliotheken: Bekenntnis zum Kulturgüterschutz

Presseerklärung zum Abschluss der 55. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Katholisch-Theologischer Bibliotheken in Wiesbaden-Naurod am 18. 7. 2002.

Vor dem Hintergrund der Sorge um den bibliothekarischen Altbestand kirchlicher Bibliotheken hat sich die Mitgliederversammlung des Verbandes der wissenschaftlichen Bibliotheken in Trägerschaft der katholischen Kirche mit diesem Thema befasst. Dieser Verband, die Arbeitsgemeinschaft Katholisch-Theologischer Bibliotheken (AKThB), vertritt mehr als 160 wissenschaftliche Bibliotheken und tagte am 18. Juli 2002 in Wiesbaden-Naurod.

Die katholischen Bibliothekarinnen und Bibliothekare wissen sich mit ihren protestantischen Kolleginnen und Kollegen einig im Bemühen, kirchlich gewachsenes Sammelgut dem wissenschaftlichen und öffentlichen Interesse zugänglich zu erhalten. Sie gehen davon aus, dass die Bücher in ihrem angestammten Kontext ihre größte, auch ihre größte wissenschaftliche Fruchtbarkeit entfalten. Zugleich seien die Bibliotheken als wesentlicher Teil des kirchlichen Welt- und Kulturauftrags zu betrachten, den es unversehrt weiterzuführen gelte.

Die Bibliothekarinnen und Bibliothekare zeigten sich besorgt, dass unter Einsparungsdruck einzelne traditionsreiche kirchliche Bibliotheken, insbesondere auch Ordensbibliotheken, und damit ein wesentlicher Teil kirchlicher Identität, zur Disposition gestellt werden könnten. Stets sollte nach Möglichkeiten gesucht werden, bedrohte Bibliotheken in der Verankerung im kirchlichen Leben zu erhalten.

Von daher gehe die Aufforderung auch an die Vertreter des staatlichen und kommunalen Bibliothekswesens die kontextuelle Bindung kirchlichen Bibliotheksguts zu respektieren und die Erhaltung gefährdeter Bestände solidarisch zu unterstützen, damit nötigenfalls angemessene Lösungen gemeinsam mit den zuständigen kirchlichen Stellen gefunden werden könnten.

Jochen Bepler, Vorsitzender

nach oben