Heinz-Josef Algermissen, Bischof von Fulda
Liebe Bibliothekarinnen und Bibliothekare, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den katholisch-theologischen Bibliotheken!
Kirchliche Bibliotheken haben den Auftrag, kirchliche Kulturgüter - im konkreten Falle also Bücher und Zeitschriften, aber auch elektronische Hilfsmittel - physisch zu bewahren, inhaltlich zu erschließen und der Wissenschaft wie der interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dieser Aufgabe unterzeiehen sich Bibliothekare und Mitarbeiter in Hochschul-, Diözesan- und Ordensbibliotheken unabhängig von der Größe ihrer Einrichtungen seit jeher mit großem Engagement und mit hohem fachlichem Wissen, aber auch in dem Bewusstsein, einen Beitrag zum kirchlichen Wertebewusstsein und zur kirchlichen Identität zu leisten. Dazu erfüllen sie nicht nur Wünsche der Benutzer, sie nehmen sie in vielen Fällen gleichsam an der Hand und führen sie auf die Spur Gottes.
Dieser besondere Dienst hebt Sie aus der Masse der Bibliothekare und Mitarbeiter in staatlichen und kommunalen Bibliotheken heraus; er wird aber, selbst innerhalb kirchlicher Organisationen, nicht immer hinreichend wahrgenommen. Deshalb nutze ich das bevorstehende Weihnachtsfest und den Jahreswechsel, um Ihnen für die vielfältig geleistete Arbeit im Dienste von wissenschaftlicher Forschung und kirchlicher Lehre im Namen der Leser und Leserinnen herzlich zu denken.
Sie werden Ihre Jahrestagung im kommenden Jahr in Fulda abhalten, und ich freue mich darauf, Sie hier begrüßen zu können!
Es segne Sie zum Fest der Geburt des Herrn der dreifaltige Gott, der Vater und der Sohn und der heilige Geist.
Heinz-Josef Algermissen
Prälat Dr. Sigmund Benker ist Ehrenmitglied der AKThB
Anlässlich der Jahrestagung in Freising hat die Mitgliederversammlung am 28. Juni 2007 Prälat Dr. Sigmund Benker in Würdigung seiner jahrzehntelangen engagierten Mitarbeit einstimmig zum Ehrenmitglied des Verbandes ernannt. Darüber wurde eine Urkunde ausgestellt und Dr. Benker mit einem Geschenk überreicht. Am folgenden Tag konnte Dr. Benker sein goldenes Priesterjubiläum begehen und feierte mit den Verbandsmitgliedern ein lateinisches Choralamt im Freisinger Mariendom.
Inzwischen, am 8. Dezember, feierte Dr. Benker mit den Glückwünschen des Verbandes seinen 80. Geburtstag.
Jahrestagung 2008 vom 21. bis 25. Juli in Fulda
Die Arbeitstagung der katholisch-theologischen Bibliotheken wird 2008 in der Bibliothek des Bischöflichen Priesterseminars in Fulda vom 21. bis 25. Juli stattfinden. Die Unterbringung wird (ebenso wie vor 14 Jahren) im Bonifatiushaus sein. Neben den aktuellen PErspektiven zur EDV und dem Internet wird die Bestandserhaltung, insbesondere zu Fragen der Notfallvorsorge bzw. eines Katastrophenplans eine Rolle spielen. Außerdem werden Bibliotheksrekonstruktionen (Bibliotheca Fuldensis) diskutiert werden. Zur Exkursion bemüht sich Dr. Jäger um einen Besuch der Herzogin Anna Amalie Bibliothek in Weimar. Bischof Heinz Josef Algermissen wird voraussichtlich am 24. Juli mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Tagung die Messe in der Bonifatius-Gruft des Doms feiern. Anschließend wird der Empfang stattfinden. Das genauere Programm wird frühzeitig über die Homepage der AKThB vorgestellt.
Jahresbibliographie 2008
Hier wieder der Hinweis auf die Jahresbibliographie. Bitte senden Sie relevante Titelangaben mit dem eingefügten Titelbogen, per E-Mail oder Fax. Gefragt wird jetzt nach dem Erscheinungsjahr 2006 und 2007 für Publikationen unserer Einrichtungen oder ihrer Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter. Über die Erscheinungsweise des nächsten Jahrbuchs, ob als einfache oder als Doppelnummer ist noch nicht entschieden. Daher sind die Herausgaben dankbar, wenn die Meldungen auch das nun laufende Jahr 2007 einschließen.
Bitte fragen Sie auch bei Ihrem eventuell benachbarten Archiv oder dem Museum nach, damit wir als Bibliothekarinnen oder Bibliothekare ein möglichst vollständiges Spektrum wissenschaftlicher Publikationen aus dem Kreis der kirchlichen kulturellen Einrichtungen geben können.
Bibliothek der Evangelischen Fachhochschule Hannover
Am 1.9.2007 wurde die Evangelische Fachhochschule Hannover (EFH) durch die Fachhochschule Hannover übernommen. Die EFH wird damit zur Fakultät für Diakonie, Gesundheit und Soziales. Die Bibliothek der EFH wird zur Teilbibliothek Diakonie, Gesundheit und Soziales der Bibliothek der Fachhochschule Hannover. Der Bibliotheksstandort bleibt bestehen; die Mitarbeiter der EFH-
Bibliothek werden in der Teilbibliothek DGS weiterbeschäftigt.
Der Studiengang Religionspädagogik läuft unter demDach der Fachhochschule Hannover und mit Finanzierung der Evang.-luth. Landeskirche Hannovers weiter. Die Bibliothek bleibt Mitglied im Verband Kirchlich-wissenschaftlicher Bibliotheken (in Zukunft als assoziiertes Mitglied). Andreas Osterloh wird auch weiterhin in der EDV-Kommission und an dem VThK-Projekt mitarbeiten; die Bibliothek bleibt auch VThK-Teilnehmer.
Wahlen zu Vorstand und Beirat
Die Mitgliederversammlung am 28. Juni 2007 in Freising hat die Mitglieder von Vorstand und Beirat Jochen Bepler/Hildesheim (Vorsitzender), P. Dominikus Göcking OFM/Paderborn (Stellvertretender Vorsitzender), Dr. Hermann-Josef Schmalor/Paderborn (Schatzmeister), Mag. Sonja Führer/Salzburg (Schriftführerin), Dr. Ingeborg Feige/Freiburg, Prof. Dr. Heinz Finger/Köln und Georg Ott-Stelzner/Rottenburg (Mitteilungsblatt) in ihren Ämtern bestätigt.
Für die ausgeschiedenen Beiratsmitglieder Prälat Dr. Benker/Freising und Domvikar Reudenbach/Aachen wurden Dr. Philipp Gahn/Benediktbeuern und Dr. Martin Walko/Freising gewählt.
www.akthb.de
Unter der engagierten und sorgfältigen Gestaltung und Pflege von Frau Judith Meter/Saarbrücken hat sich die Webseite der AKThB nachhaltig entwickelt. Wer sie im neuen Gewand noch nicht gesehen hat, sei nachdrücklich darauf hingewiesen.
Jahrestagung 2007 in Freising
Mit rund 100 Teilnehmern aus 61 Mitgliedsbibliotheken fand die diesjährige, 60. Jahrestagung der AKThB auf Einladung der Dombibliothek vom 25. bis 29. Juni in Freising statt. Mit Unterstützung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten Dr. Benker und Dr. Walko die Tagung im Kardinal-Döpfner-Haus organisiert und ihre bibliothekarischen Kontakte für den Verband genutzt. Besonders erfreulich war die Mitwirkung von Generaldirektor Dr. Griebel und der Leiterin der Handschriftenabteilung Frau Dr. Fabian, die beide ihre Bereitschaft zur Vernetzung und Zusammenarbeit der Bayerischen Staatsbibliothek mit den kirchlichen Bibliotheken bekunden. Neben der Freisinger Dombibliothek und dem näheren bayerischen bibliothekarischen Umfeld standen Fragen zu VD 18, zur Online-Recherche, zur Verbund-Katalogisierung und Frage zur Bestandserhaltung auf dem Programm. Prof. Dr. Marc-Aeilko Aris/München hielt einen vielbeachteten Vortrag zur Geistesgeschichte der Bibliothek als Einrichtung.
Exkursionen erkundeten die Kirchen im Freisinger Stadtgebiet und die moderne Teilbibliothek der TU München. Kardinal Friedrich Wetter feierte mit den Tagungsteilnehmernam Abend des 28. Juni in der Martinskapelle des Tagngshauses die Eucharistie. Anschließend lud er zum Empfang. Die Tagungsteilnehmer hatten allen Grund Dr. Benker und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Dombibliothek für eine anspruchsvolle und gelungene Tagung zu danken.
Bibliotheksschließung? Neustrukturierung?
Die Herausgeber des Jahrbuchs bemühen sich, Informationen zu den gegenwärtig laufenden oder geplanten Umstrukturierungen von kirchlichen Bibliotheken zu sammeln, um einen Überblick zur Entwicklung im kirchlichen Bibliothekswesen zu gewinnen und gegebenenfalls zu kommentieren. Außerdem ist es für Verbandsarbeit und insbesondere für mögliche Hilfestellung bei Konzeption und Planung unerlässlich, dass der Vorstand und die Herausgeber frühzeitig informiert werden.Die Herausgeber bitten daher an die Adresse der Redaktion bei Herrn Ott-Stelzner/Rottenburg im Fall einer verwaltungstechnischen, konzeptionellen oder Änderung des Bestandsprofils.
VThK
Der VThK hat sich im zurückliegenden Jahr erfreulich weiter entwickelt. Fast 50 Kataloge sind inzwischen in den VThK eingebunden. Weitere Projektmittel wurden zur Verfügung gestellt, so dass auch in nächster Zukunft die Kosten für die Einbindung neuer Kataloge nicht den Teilnehmerbibliotheken auferlegt werden müssen, sondern aus Projektmitteln bezahlt werden können.
Die Recherchefunktionalitäten des VThK wurden erst vor kurzem um eine Freitext-Suche erweitert. (Stephan)
Fortbildungslehrgang
Der Verband kirchlich-wissenschaftlicher Bibliotheken bietet 2008 wieder einen Fortbildungslehrgang für Mitarbeiter in kirchlich-wissenschaftlichen Bibliotheken ohne fachliche Qualifikation an. Der Lehrgang umfasst insgesamt drei Wochen, die sich auf drei Jahre verteilen. Der Kurs vermittelt das für die Alltagspraxis relevante bibliothekarische Basiswissen. Näheres ist bei Armin Stephan zu erfragen. (Stephan)
Information für Autoren/Autorinnen zum nneuen Urheberrechtsgesetz
Am 1.1.2008 tritt ein neues Urheberrechtsgesetz (UrhG) in Kraft. Das hat auch für Autoren/Autorinnen Folgen. Bis 1995 galt die Online-Publikation als sogenannte »unbekannte Nutzungsart«. Nach dem bisherigen UrhG konnten unbekannte Nutzungsarten nicht übertragen werden. Der Autor/Autorin hatte danach das ausschließliche Nutzungsrecht für die Online-Publikation seiner/ihrer Werke, die vor 1995 erschienen sind.
Das ändert sich mit dem Inkrafttreten des neuen UrhG. Danach geht das Recht zur Online-Nutzung für Publikationen vor 1995 an die Verlage, die bereits alle wesentlichen Rechte an einemWerk besitzen, über, es sei denn, der Autor/die Autorin legt bis Ablauf eines Jahres nach Inkrafttreten, also bis Ende 2008, Widerspruch bei den Verlagen ein oder der Autor/die Autorin räumt einem Dritten ein einfaches Nutzungsrecht zur Onlien-Publikation ein, bevor das neue Gesetz in Kraft tritt, also bis spätestens 31.12.2007
Letzteres ist für den Autor/die Autorin die einfachste Möglichkeit, seine/ihre Online-Rechte zu wahren. Denn ja nachdem, bei wie vielen Verlagen jeweils Widerspruch eingelegt werden muss, kann dies für den Autor/die Autorin aufwändig, gegebenenfalls auch unübersichtlich sein. Zudem ist die Einräumung an einen Dritten für den Autor/die Autorin mit keinerlei Einschränkung verbunden, da er/sie weiterhin jederzeit und unbegrenzt Dritten eine Online-Nutzung seiner/ihrer Werke vor 1995 einräumen kann.
Erfolgt diese Einräumung bis zum 31.12.2007 nicht, bleibt die Möglichkeit, bis Ende 2008 Widerspruch bei den betreffenden Verlagen einzulegen, um die Online-Rechte zu wahren.
Dieser Widerspruch könnte auch mit der Einräumung eines einfachen Nutzungsrechtes zur Online-Publikation an den Verlag verbunden werden. Denn gegebenenfalls plant dieser in Zukunft ein eigenes Online-Angebot seiner Verlagsproduktion, in dem vertreten zu seinfür den Autor/die Autorin vielleicht durchaus wünschenswert ist. Ebenso können Autoren/Autorinnen, die bereits bis zum 31.12.2007 einem Dritten ein einfaches Nutzungsrecht zur Online-Publikation eingeräumt haben, diese später zusätzlich auch ihren Verlagen einräumen.
Derzeit fordern viele Hochschulen und Institutionen der Wissenschaft ihre Wissenschaftler auf, ihnen bis spätestens 31.12.2007 für ihre Werke vor 1995 ein einfaches Nutzungsrecht zur Online-Publikation einzuräumen. Sie verbiden damit die Absicht, in Zukunft möglichst viele Werke möglichst vieler Autoren/Autorinnen ihrer Einrichtung in einem Repositorium im Internet im Volltext zur Verfügung stellen zu können.
Bibliothekare/Bibliothekarinen in kirchlichen Bibliotheken könnten (sollten?) jenseits der Reaktion auf das neue Gesetz in eigener Sache als Autoren/Autorinnen die Möglichkeit wahrnehmen, auch die Autoren/Autorinnen der eigenen Institution zu informieren, damit diese ihre Online-Rechte sichern. Und sie könnten diese gegebenenfalls gleichzeitig bitten, der betreffenden Institution (z. B. Hchschule, Bibliothek) ein einfaches Nutzungsrecht zur Online-Publikation einzuräumen (»Ich räume ... ein einfaches Nutzungsrecht an meinen Publikationen vor 1995 für die Online-Publikation ein.«), sei es noch vor dem 31.12.2007 oder nach einem in 2008 erfolgten Widerpruch bei ihren Verlagen.
Denn auch für kirchliche Bibliotheken/Institutionen wird der Aufbau von Repositorien im Internet künftig Thema werden, und dabei ist nicht nur an die kirchlichen Hochschulen und deren Bibliotheken zu denken. Zudem wäre es ein Beitrag zu Open-Access, einem Gedanken, dem Bibliothekare/Bibliothekarinnen sicherlich auch in kirchlichen Bibliotheken nahe stehen und verpflichtet sind.
Weitere Informationen u. a.:
ZfBB (2007), Heft 6 (Beitrag von Jörg Heckmann; hier auch Musterbrief für den Widerspruch bei Verlagen);
Open-Access (Feige)
Bibliothekartag 2008
Auf dem kommenden Bibliothekartag, der vom 3. bis 7. Juni 2008 in Mannheim stattfinden wird, gibt es auch wieder eine gemeinsame Veranstaltung unserer beiden kirchlichen Bibliotheksverbände. Wir haben in diesem Jahr versucht, ein Thema zu finden, das auch die nicht kirchlich gebundene Öffentlichkeit anspricht.
Herr Dr. Jürgen Plieninger, Fachreferent für Politikwissenschaften und Kenner der neuesetn Entwicklungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie, wird uns in einer knappen Stunde darüber aufklären, was sich hinter dem Begriff Web 2.0 verbirgt.
Den genauen Termin und Ort der Veranstaltung wird man dem Tagungsprogramm entnehmen können. (Gahn)
Neuaufnahme in Freising
Mit Zustimmung aller stimmberechtigten Tagungsteilnehmer nahm die Mitgliederversammlung bei der Jahrestagung in Freising die Bibliothek des interdiözesanen Studienseminars St. Lambert (Seminar für Spätberufene) in Burg Lantershofen (Gemeinde Grafschaft) als neues Mitglied in den Verband auf. Das Seminar hält für derzeit 67 Studierende rund 20.000 Bände vor, von denen bisher etwa die Hälfte mit Allegro nach der Regensburger Systematik EDV-katalogisiert sind.
Kirche und Kultur
Inzwischen ausgeliefert wurde die Arbeitshilfe 212 der Deutschen Bischofskonferenz »Kirche und Kultur«.
Die Schrift enthält auch einen Abschnitt über »Literatur/Buch« (S. 41f.). Dabei wird freilich nur der öffentlichen Bibliotheken kurz gedacht. Die wissenschaftlichen Bibliotheken der katholischen Kirche fonden leider keine Erwähnung.