Logo

Rundbrief des Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Katholisch-theologischer Bibliotheken (AKThB) Weihnachten 2009


Grußwort zum Weihnachtsrundbrief der Arbeitsgemeinschaft Katholisch-Theologischer Bibliotheken 2009

Sehr geehrte Bibliothekarinnen und Bibliothekare,

»Kulturelle Tätigkeit ist für die Kirchen keine Nebenaufgabe, sie ist immanenter Teil ihres Dienstes für Gott und die Menschen. Ihre kulturelle Infrastruktur ist von beeindruckender Fülle.«.So heißt es im Schlussbericht der Enquetekommission des Deutschen Bundestages zur »Kultur in Deutschland«. Sie setzen sich in Ihrer täglichen Arbeit in intensiver Weise für die Bedeutung und Pflege christlicher Tradition in Kunst und Kultue ein. Sie sorgen dafür, dass alles, was geschrieben und gedruckt worden ist, aufbereitet und für die Öffentlichkeit erschlossen ist. Für diese kulturelle Leistung ersten Ranges danke ich Ihnen herzlich!

Denn Bibliotheken sind in gewisser Weise die Nahtstellen zwischen Vergangenheit und Zukunft. Beides aber verknüpfen Sie im Präsens. Sie stellen den Nutzern ein großes Reservoir vom Reichtum der Kirche bereit. Als Fachleute spüren Bibliothekare neue Ideen auf und suchen sie in kompotenter, angemessener und geeigneter Weise öffentlich zu machen. So bereiten Sie im Zusammenwirken mit anderen kirchlichen Einrichtungen den Boden, auf dem das Evangellium Christi auch heute fruchtbar werden kann. Denn das Christentum ist auch in Zukunft ein Glaubens- und Kulturträger erster Ordnung.

Ich freue mich, dass Sie 2010 Ihre Jahrestagung in der Akademie unserer Diözese in Stuttgart-Hohenheim abhalten werden. Ich heiße Sie dort schon heute herzlich willkommen!

Ich wünsche Ihnen und Ihren Angehörigen ein gesegnetes Weihnachtsfest und - wie man in Rottenburg sagt: - Das Christkind ins Herz!

+ Gebhard Fürst
Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart


Gemeinsame Jahrestagung 13. – 17. Juli 2009 in Würzburg

Die nunmehr vierte gemeinsame Jahrestagung der evangelischen und katholischen kirchlichen Bibliotheken fand vom 13. bis 17. Juli 2009 mit der Diözesanbibliothek als Gastgeber in Würzburg, im Tagungszentrum Himmelspforten statt. Es nahmen rund 115 Bibliothekarinnen und Bibliothekare im Dienst der evangelischen und der katholischen Kirche teil. Das Programm schuf einen Ausgleich zwischen den historischen und den aktuellen Interessen der Bibliotheken. Die Exkursionen führten zu den Franziskanern in Dettelbach, den Benediktinern in Münsterschwarzach und der evangelischen Herrschaft Castell. Eine ökumenische Vesper mit Generalvikar Dr. Karl Hillenbrand und Regionalbischof Christian Schmidt rundeten das Programm ab. Am Donnerstag, dem 16. Juli waren die Bibliothekarinnen und Bibliothekare Gäste von Diözesanbischof Dr. Friedhelm Hofmann.

Ausführlichere Tagungsberichte finden Sie hier und im Bibliotheksdienst 43 (2009) S.1053. Die historischen Beiträge der Tagung sind im Würzburger Echter-Verlag unter dem Titel »Kirchliche Buchbestände als Quelle der Kulturgeschichte« für das Frühjahr 2010 angekündigt. Der Band erscheint zugleich in der Schriftenreihe des Verbandes und geht den Mitgliedern kostenlos zu.


Katholische Hochschule in Saarbrücken abgewickelt

Die Katholische Hochschule für Soziale Arbeit des Bistums Trier in Saarbrücken wurde 2009 entsprechend einem bereits fünf Jahre zurückliegenden Beschluss nahezu geräuschlos abgewickelt. Die Bibliothek wurde als Depositum an die Hochschule für Technik und Wirtschaft in Saarbrücken abgegeben und wird dort weiter gepflegt. Damit ist auch die Mitgliedschaft der Hochschulbibliothek in der AKThB erloschen.
Frau Meter hat sich aber dankenswerter Weise bereit gefunden, die von ihr aufgebaute Homepage des Verbandes weiter zu pflegen. Sie ist zur Pflege der Website in die Vorstandsarbeit eingebunden und will auch an den Jahrestagungen weiter teilnehmen.


Hermann-Josef Schmalor ist neuer Direktor der EAB Paderborn

Mit Wirkung vom 1. Januar 2009 hat Erzbischof Hans-Josef Becker den bisherigen Stellvertreter Dr. Hermann-Josef Schmalor zum Direktor der Erzbischöflichen Akademischen Bibliothek Paderborn bestellt. Mit einem Empfang am 27. 1. 2009 in Paderborn wurde der bisherige Direktor, Msgr. Prof. Dr. Karl Hengst, vom Rektor der Theologischen Fakultät Prof. Dr. Dr. Irlenborn und Dompropst Prälat Dr. Hentze verabschiedet und zugleich der neue Direktor im Amt begrüßt.


Johannes a Lasco-Bibliothek Emden

In einer gemeinsamen Kraftanstrengung der 22 Gliedkirchen der EKD soll die Johannes a Lasco-Bibliothek in Emden mit einem Zuschuß von insgesamt 6 Mio Euro unterstützt und damit wieder arbeitsfähig gemacht werden. Gemeldet wurde, dass das Stiftungskapital sogar zur Lebensfähigkeit um 1 Mio Euro gesteigert werde. Ein Vertreter der Hannoverschen Landeskirche soll Mitglied im zukünftigen Stiftungsrat werden. Über Struktur und Professionalität der personellen Ausstattung ist bislang nichts bekannt. Als Leiter, heißt es in den Pressemeldungen, sei »ein reformierter Pastor mit wissenschaftlichem Hintergrund« vorgesehen.


Walter Schulz in erster Instanz verurteilt

Im Verfahren wegen Untreue vor dem Landgericht Aurich wurde Dr. Walter Schulz, der frühere Vorsitzende der kirchlichen Stiftung der Johannes a Lasco Bibliothek Emden, am 13. 10. 2009, zu einer Geldstrafe von 3.600,- Euro verurteilt. Auch wenn sein Engagement gewürdigt, überdies die stete Absprache mit dem Kuratorium der Stiftung und der Stiftungsaufsicht sowie das Einholen anwaltlichen Rats festgestellt wurde, sei Walter Schulz zum Schaden der Stiftung einem »vermeidbaren Verbotsirrtum« erlegen. Verteidigung und Staatsanwaltschaft haben angekündigt in Revision zu gehen.


Urteil im Fall der Kapuzinerbibliothek Altötting Nachdem der Vorwurf massenhafter Vernichtung alter Bücher aus der Zentralbibliothek der Kapuziner in Altötting im Februar 2007 erhebliches Aufsehen erregt hatte, wurde im Verfahren wegen Untreue gegen die Direktorin der Universitätsbibliothek Eichstätt, Dr. Angelika Reich, vor dem Amtsgericht in Ingolstadt nun im Sptember 2009 auf Freispruch erkannt. Die Staatsanwaltschaft wird das Verfahren vor die nächste Instanz bringen.


Änderung bei der Jahresbibliographie des Jahrbuchs

Die Jahresbibliographie im Jahrbuch »Kirchliches Buch- und Bibliothekswesen« wird inskünftig von Frau Meter, Frau Erchinger, Frau Koch und Frau Emmerich-Barke bearbeitet werden. Schicken Sie also bitte die Meldungen der Publikationen für das Erscheinungsjahr 2009 nach Frankfurt/Main bzw. nach Bielefeld. Die Adressen sind auf den wieder beigefügten weißen Kopiervorlagen bereits eingetragen.
Frau Dr. Feige und Herrn Dr. Frels ist mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern herzlich zu danken, dass sie diese feste Rubrik des Jahrbuchs aufgebaut und jahrelang betreut haben.
Die Jahresbibliographie ist ein wichtiger Beitrag für unsere Außendarstellung und zugleich eine Bestellhilfe für die Kolleginnen und Kollegen. Bitte fragen Sie auch bei Ihrem eventuell benachbarten Archiv oder dem Museum nach, damit wir als Bibliothekarinnen und Bibliothekare ein möglichst vollständiges Spektrum wissenschaftlicher Publikationen aus dem Kreis der kirchlichen kulturellen Einrichtungen geben können.


Pater Otho Gimmnich verstorben

Am 4. April 2009 starb Pater Otho Gimmnich OFM im 78. Lebensjahr im Deutschordens-Wohnstift in Köln. Die Exequien fanden am 8. April in der ehemaligen Franziskanerkirche in der Kölner Ulrichsgasse statt. P. Otho hatte seit 1965 die Franziskanerbibliothek »Wissenschaft und Weisheit« in Mönchengladbach geleitet. In der AKThB gehörte er lange Jahre dem Vorstand an und führte in seiner ebenso leisen wie sorgfältigen und dabei humorvollen Art die Kasse. Die Mitgliederversammlung der AKThB hatte ihm mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft gedankt.


Lippische Kirche gibt ihre Bibliothek auf

Dem Vernehmen nach wird die Theologische Bibliothek und Mediothek der Lippischen Landeskirche in Detmold als eigenständige kirchliche Einrichtung aufgeben. Ihre Bestände werden in die Landesbibliothek Detmold überführt und dort weiter gepflegt werden.


Gerichtsurteil zur Nutzung digitaler Werke

Inskünftig für alle wissenschaftlichen Bibliotheken relevant, hat in zweiter Instanz der 11. Zivilsenat des Frankfurter Oberlandesgerichts am 24. 11. 2009 in der Klage des Verlags Eugen Ulmer das Urteil der ersten Instanz »teilweise abgeändert und zur Klarstellung wie folgt neu gefasst«. Demnach ist der Darmstädter Universitäts- und Landesbibliothek untersagt,
»Nutzern… zu ermöglichen, digitale Versionen der Werke, die im Verlag der Klägerin veröffentlicht sind, insbesondere die »Einführung in die Neuere Geschichte« von Winfried Schulze, an elektronischen Leseplätzen der Bibliothek ganz oder teilweise auszudrucken und/oder auf USB-Sticks oder andere Träger für digitalisierte Werke zu vervielfältigen und/oder solche Vervielfältigungen aus den Räumen der Bibliothek mitzunehmen.« Bei Zuwiderhandlungen droht immerhin ein Ordnungsgeld von € 250.000.- oder sechs Monate Ordnungshaft.
Das Urteil und die Begründung sind auf den Seiten des Börsenvereins nachzulesen.


Klaus-Walter Littger im Ruhestand

Am 30. September 2009 ging Dr. Klaus-Walter Littger in den theoretischen Ruhestand. Zuletzt war er Leiter der Handschriftenabteilung und stellvertretender Direktor der UB Eichstätt. Rechnet man das Referendariat 1973 an der UB Bonn bzw. in Köln mit, hat er 36 Jahre Berufserfahrung aufgehäuft, ergänzt durch sein Engagement in der AKThB und rege Publikations-, Ausstellungs- und Vortragstätigkeit. Dankenswerter Weise hat sich Herr Dr. Littger bereit erklärt weitere 3 Jahre für die Arbeit der Altbestandskommission und die Herausgabe des Jahrbuchs Kirchliches Buch- und Bibliothekswesen zur Verfügung zu stehen.


Nebenbei:

Rund die Hälfte der Mitglieder der Special Libraries Association (SLA) in den USA beteiligte sich an der Abstimmung über einen neuen Namen für den Verband. Eine Mehrheit von 3225 gegenüber 2071 Stimmen lehnte die Umbenennung in »Association for Strategic Knowledge Professionals (ASKPro)« ab.


Kirchliche Hochschulbibliotheken

Im kommenden Frühjahr 2010 soll eine Studientagung für kirchliche Hochschulbibliotheken stattfinden. Damit wurde dem auf dem Spartentreffen der letzten Jahrestagung in Würzburg geäußerten Wunsch entsprochen. Genauer Ort und Zeitpunkt sind derzeit noch in Planung und werden rechtzeitig über die Mailingliste KIBIB bekanntgegeben. Der thematische Schwerpunkt liegt auf der Vorstellung von Datenbanken zur Theologie und zum Sozialbereich und auf den Möglichkeiten zur Bildung von Konsortien. Organisiert wird die Tagung von Frau Renate Kuffart von der Evangelischen Fachhochschule Reutlingen-Ludwigsburg, Herrn Ingo Glückler aus Linz und Dr. Philipp Gahn aus Benediktbeuern.


Bibliothekskongress 2010 in Leipzig

Vom 15. bis 18. März 2010 findet in Leipzig der Bibliothekskongress statt. Er steht unter dem Motto »Menschen wollen Wissen«. Von dieser Formulierung haben sich die Bibliothekarinnen und Bibliothekare beider Kirchen zu der sehr konkreten Frage »Bibliothekare wollen wissen, was Google macht« anregen lassen. Schließlich geht es um die nahe Zukunft unseres Berufsstandes, wenn die Firma Google das weltweit angelegte Scannen großer Bibliotheken mit Vehemenz betreibt. Wer aber wird, so fragen sich vor allem viele kleinere Bibliotheken, unsere Bestände noch nutzen, wenn ein hoher Prozentsatz der gleichen Titel im Internet jederzeit abrufbar sein wird? Und wie werden schon bald unsere Träger argumentieren, wenn es um die finanzielle Absicherung unserer Institutionen geht? Diese und ähnliche Fragen werden während einer eigenen Veranstaltung der beiden Verbände AKThB und VkwB zu diskutieren Gelegenheit sein. Das Programm des Bibliothekskongresses wurde noch nicht veröffentlicht. Der Termin der Veranstaltung wird rechtzeitig über die Mailingliste KIBIB bekanntgegeben.


Jahrestagung 6. – 10. September 2010 in Stuttgart-Hohenheim

Die 62. Jahrestagung der AKThB wird diesmal zu einem späten Termin, nämlich im September stattfinden in der Hoffnung, dass diesmal sonst von den Ferienzeiten benachteiligte Mitglieder teilnehmen können: 6. bis 10. September 2010. Ort der Jahrestagung sind die Räume der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart in Stuttgart-Hohenheim. Die Federführung hat Herr Ott-Stelzner mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Diözesanbibliothek in Rottenburg.


Motto: »Bibliothek und Bildung«

Mit Bildung wird ein Prozess umschrieben, der den Menschen in Beziehung zu sich selbst, zu seiner menschlichen und sachlichen Umwelt und zu Gott setzt. In ihr werden die Prinzipien der menschlichen Ordnungen entwickelt. Also umfasst Bildung Maßnahmen, die diesen Prozess unterstützen. Was der Mensch sein und werden soll, muss er immer wieder neu bedenken und auf die gegenwärtige Zeit einrichten. Eine Möglichkeit bietet sich im Rückgriff auf die Geschichte. Bibliotheken sind herausragende Bildungsorte. Sie halten die Ressourcen bereit, mit Hilfe derer die Gegenwart, ihre Anfragen und Entwicklungen, kritisch bewertet und beurteilt werden können.

Dieses Thema beschäftigt die Diözese Rottenburg-Stuttgart im kommenden Jahr in besonderer Weise, da sie auf eine 200jährige Tradition wissenschaftlicher Bibliotheken zurückblicken kann. 1810 wurde im Königreich Württemberg per Gesetz in allen Landkapiteln (Dekanate) die Einrichtung von Bibliotheken verbindlich vorgeschrieben, die künftig statt der damals aufgelösten Klöster für die Aus- und Weiterbildung des Klerus zuständig sein sollten.

Den Zusammenhang von »Bibliothek und Bildung« in Geschichte und Gegenwart wollen wir auf der 62. Jahrestagung in der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart in Stuttgart-Hohenheim vom 6. - 10. September 2010 in den Blick nehmen.


Exkursion nach Marbach/ Neckar

Das Deutsche Literaturarchiv Marbach zählt zu den bedeutendsten Sammlungs- und Forschungseinrichtungen ihrer Art. Gesammelt und erschlossen werden die Denkmäler der deutschen Literatur und ihres kulturellen Umfelds der Zeit zwischen 1750 und der Gegenwart. Im Mittelpunkt der Sammlungen stehen Schriftsteller- und Gelehrtennachlässe und Verlagsarchive. Für dieses Profil ist in Marbach die größte deutsche Quellen- und Forschungsbibliothek angesiedelt. Besonderes Interesse verdient außerdem die Konzeption der noch nicht lange in Betrieb genommenen Ausstellungsarchitektur, die es ja vor allem mit den für Präsentationen eher undankbaren Schriftzeugnissen zu tun hat.

nach oben