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Rundbrief des Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Katholisch-theologischer Bibliotheken (AKThB) Weihnachten 2010


Grußwort zum Weihnachtsrundbrief der Arbeitsgemeinschaft Katholisch-Theologischer Bibliotheken 2010

Liebe kirchliche Bibliothekare/-innen, liebe Mitarbeiter/-innen in den katholisch-theologischen Bibliotheken!

»Bring [...] mit, auch die Bücher, vorallem die Pergamente« (2. Tim. 4, 13). Das war die Bitte des heiligen Paulus an seinen Mitarbeiter Timotheus am Ende seiner Tage, als Paulus noch einmal alle seine Kräfte mobilisierte, »damit [...] die Verkündigung vollendet wird und alle Heiden sie hören können.«

Aus diesem Missionsauftrag der Kirche lässt sich der Beweggrund für die Aufmerksamkeit ableiten, mit der die Kirche die eigenen Bibliotheken geschaffen, ergänzt und bewahrt hat. Inmitten der pastoralen Aktivitäten haben kirchliche Bibliotheken mit ihren pastoralen Gütern - ihren immensen Kulturschätzen -, ihren Platz als Mittel zur Erfüllung der Sendung der Kirche, als Werkzeug der Evangelisierung und der Bildung des Volkes Gottes.

Auch die kirchlichen Bibliotheken müssen den immer neuen Herausforderungen des modernen Lebens gerecht werden: Die schwierige Lage der Ordensbibliotheken, die Umstrukturierungen in den Hochschulbibliotheken, die knappen finanziellen Ressourcen sowie der Wandel im Bibliothekswesen durch den Paradigmenwechsel hin zu digitalen Medien fordern von den kirchlichen Bibliotheken und ihren Trägern eine hohe Flexibilität und neue Antworten. Kirchliche Bibliotheken beteiligen sich heute über Informationsnetzwerke am Austausch von Daten in der Form von virtuellen Katalogen, Datenbanken und Dokumentenservern und machen so ihr wissenschaftliches, religiöses und literarisches Gedächtnis für die Forschung verfügbar.

Mit großem Engagement regen Sie - die Bibliothekare/-innen der Hochschul-, Diözesan- und Ordensbibliotheken - zu kulturellem Leben und somit auch zur Evangelisierung an und bieten damit durch ihre kontextuelle Verankerung eine komplementäre Ergänzung zum staatlichen und kommunalen Bibliothekssystem. Mit ihrem Wirken dienen Sie der Wissenszunahme der Kirche und Sie begleiten die Forschung und das Bemühen all derjenigen, die ihre Kentniss erweitern wollen und eine vertiefte Erkenntnis des christlichen Denkens anstreben. Deshalb nutze ich das Weihnachtsfest, um Ihnen für Ihre geleistete Arbeit im Dienst von Wissenschaft und kirchlicher Lehre im Namen ihrer Träger/-innen und Benutzer/-innen zu danken

Ich freue mich darauf, Sie im kommenden Jahr in Schloss Puchberg/Wels und in Linz zu Ihrer Jahrestagung 2011 begrüßen zu können - zum ersten Mal wieder in Österreich seit 1995.

»Denn uns ist ein Kind geboren,
ein sohn ist uns geschenkt.
Die Herrschaft liegt auf seiner Schulter;
man nennt ihn: Wunderbarer Ratgeber,
Starker Gott, Vater in Ewigkeit,
Fürst des Friedens.«
Jes 9,5

Frohe, friedvolle und gesegnete Weihnachten Ihnen allen!

+ Ludwig Schwarz SDB
Bischof von Linz


Etienne d´Hondt in den Ruhestand verabschiedet

Etienne d´Hondt, langjähriger Direktor der Theologischen Bibliothek der Katholischen Universität Leuven wurde im Mai im Rahmen einer Festveranstaltung der Universität in den Ruhestand verabschiedet. Seine Nachfolge trat Veronique Verspeurt an. Etienne d´Hondt wurde zu seinem Ausscheiden von der Bibliothek mit einer Festschrift unter dem Titel »Omnia autem probate, quod bonum est tenete« geehrt.


Würzburger Kirchenopac

Im Juli 2010 wurde der »Würzburger Kirchenopac« freigeschaltet. Er enthält die Bestände der kirchlichen wissenschaftlichen Bibliotheken im Stadtgebiet Würzburg, also der Diözesanbibliothek, der Forschungsbibliothek der Deutschen Augustiner und der Bibliothek der Karmeliten. Für die Recherche werden insgesamt rund 300.000 Bände unter der Adresse Würzburger Kirchenopac vorgehalten


Köln: Umbauten

Nach 30 Jahren wird das Maternus-Haus in Köln schon seit einiger Zeit saniert und modernisiert. Der Bibliotheksbetrieb läuft aber mit Einschränkungen weiter. Bis Ende Mai 2011 werden die Bauarbeiten im Bibliotheksbereich voraussichtlich abgeschlossen sein.


Johannes a Lasco-Bibliothek Emden

Der Bundesgerichtshof hat am 24.06.2010 erwartungsgemäß das Urteil gegen Dr. Walter Schulz wegen Untreue gegenüber der Johannes a Lasco-Bibliothek nach nur halbstündiger Verhandlung aufgehoben. Insbesondere, heisst es in der Presse, beklagte die Bundesstaatsanwaltschaft, dass nicht festgestellt worden sei, ob der Johannes a Lasco-Stiftung überhaupt ein Schaden entstanden sei. Das Urteil wurde an das Landgericht Aurich zur Neuverhandlung zurück verwiesen.


Jahrestagung 2011 in Österreich

Zur Jahrestagung der AKThB 2011 wird für den 4. bis zum 8. Juli nach Puchberg/Wels, Linz und Salzburg eingeladen werden. Die Tagung steht unter dem Arbeitstitel »Kirchliche Bibliotheken von heute - stark machen für morgen!« Die Tagung wird wie vor 15 Jahren im Bildungshaus der Diözese Linz/Schloss Puchberg bei Wels und an der Katholisch-Theologischen Privatuniversität in Linz/Donau stattfinden.
Auf der Tagung wird es neben einem bibliotheks-historischen Block zur Geschichte der (Ober-)Österreichischen Bibliothekskultur mit Prof. Dr. Johannes Ebner vom Diözesanarchiv Linz, VÖB Präsident Dr. Harald Weigel von der Vorarlberger Landesbibliothek und Dr. Christian Enichlmayr von der Oberösterreichischen Landesbibliothek den zentralen Block »Innovation in Bibliotheken« geben: Dr. Jürgen Plieninger von der UB Tübingen mit einem Workshop zu »Web 2.0/Library 2.0«, Prof. Dr. Stephan Büttner von der Fachhochschuule Potsdam zum Thema »Projektmanagement in kirchlichen Bibliotheken« und voraussichtlich Frau Barbara Lison, Leitende Bibliotheksdirektorin der Stadtbibliothek Bremen, zum drängenden Thema »Sponsoring« und Frau Dr. Katja Bartlakowski von der UB der Fachhochschule Osnabrück zum Thema »Urheber- und Vertragsrecht für Bibliotheken«.
Die Exkursion(en) führen uns nach Salzburg in die Bibliothek der Erzabtei St. Peter, wo uns Erzbischof Dr. Alois Kothgasser begrüßen wird; auf die Festung Hohen Salzburg auf Einladung von Landeshauptfrau Dr. Gabi Burgstaller; und in das Papiermacher- und Druckereimuseum nach Laarkirchen am Traunsee. Eine zweite Exkursion wird in die Landeshauptstadt Oberösterreichs nach Linz erfolgen wo wir nach einem Besuch der Katholisch-theologischen Privatuniversität Linz, einer Stadtrundfahrt und der Feier der Heiligen Messe im Linzer Dom mit Bischof Dr. Ludwig Schwarz in der Oberösterreichischen Landesbibliothek von Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer zum Buffet geladen werden.
Das genaue Programm wird frühzeitig über die Internetseiten der AKThB und der KTU Linz vorgestellt.


Bewegung in der »Klosterlandschaft«

Wie inzwischen allgemein bekannt, ist die deutsche Klosterlandschaft von starken Umbrüchen geprägt. Erst jüngst wurde bekannt, dass die Siegburger Benediktinerabtei auf dem Michaelsberg aufgelöst wird.
Die bisher vier Franziskanerprovinzen in Deutschland haben sich zum 1. Juli 2010 zu einer »Deutschen Franziskanerprovinz von der hl. Elisabeth« zusammengeschlossen. Zum Bibliothekar dieser Provinz wurde P. Domenikus Göcking OFM (Paderborn) berufen. Die bisher selbstständigen Bibliotheken in München, Mönchengladbach, Fulda und Paderborn bleiben mit reduzierten Aufgaben erhalten und werden von »Bibliothekaren vor Ort« betreut.


Jahrbuch

Für das Jahrbuch ist bis zur Stunde noch keine abschließende Regelung getroffen worden. Eine solche Regelung wird aber zur nächsten Mitgliederversammlung vorliegen. Gleichwohl werden alle Mitglieder erneut gebeten die Publikationen ihres Hauses und der eventuell anliegenden kirchlichen Archive und Museen zu verzeichnen und entsprechend dem Meldeblatt mitzuteilen.


KiDokS - Kirchlicher Dokumenten-Server

Seit Herbst 2010 bieten nun neun Hochschulbibliotheken der AKThB und des VkwB auf ihrem Repositorium Kirchlicher Dokumenten-Server allen Angehörigen ihrer Hochschulen - Lehrenden und Studierenden - die Möglichkeit, elektronisch erzeugte, qualifizierte Dokumente über ihr Online-Publikations-System auf Basis der OPUS-Technologie kostenlos zu veröffentlichen. KiDokS ermöglicht das Einstellen, Administrieren und Recherchieren von elektronischen Publikationen über das Internet. Die OPUS-Technologie - ursprünglich an der Universitätsbibliothek Stuttgart entwickelt - ist heute mit ca. 100 Installationen die in Deutschland am weitesten verbreitete Software für Hochschulschriftenserver und wird am BSZ in Konstanz verwaltet.
Ab Januar 2011 soll die Teilnahme an KiDokS für weitere Konsortialmitglieder auch aus Diözesan- und Ordensbibliotheken der AKThB ermöglicht werden. Interessenten wenden sich bitte an Ingo R. Glückler/Katholisch-theologische Privatuniversität Linz


Beiträge der gemeinsamen Jahrestagung 2009 erschienen

Die Beiträge der von AKThB und VkwB gemeinsam veranstalteten Jahrestagung 2009 in Würzburg ist soeben, überarbeitet und um neue Beiträge ergänzt, im Echter-Verlag und herausgegeben von Johannes Merz und Nikola Willner erschienen: »Kirchliche Buchbestände als Quelle der Kulturgeschichte«. Der Band ist sehr gut gelungen und ist als Band 5 der Reihe der »Veröffentlichungen der Arbeitsgemeinschaft Katholisch-Theologischer Bibliotheken« erschienen. Er entspricht in Format und Ausstattung dem Jahrbuch und wird den Mitgliedern der AKThB und den Abonnenten des Jahrbuchs kostenlos zugestellt.


Jahrestagung 6.- 10. September 2010 in Stuttgart-Hohenheim

Die 62. Jahrestagung der AKThB fand diesmal im September in den komfortablen Räumen der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart in Stuttgart-Hohenheim statt. Das Programm reflektierte in einer Reihe von Vorträgen den Bildungsbegriff in der wissenschaftlichen Arbeit von Ignaz Heinrich von Wessenbergs und in diesem Zusammenhang auch im klösterlichen, wissenschaftlichen und öffentlichen Bibliothekswesen. Die Exkursion führte nach Marbach am Neckar ins Deutsche Literaturarchiv, das trotz seiner abgelegenen Lage zunehmend führende Bedeutung gewinnt. Dabei konnten sich die Teilnehmer mit den aktuellen Erschließungs- und Präsentationstechniken von Buch- und literarischem Archivgut vertraut machen.
Unter dem Titel »Hebels Hörkalender« bestritt ein Sprecherensemble der Akademie für gesprochenes Wort in einer Art szenischem Hörspiel eine außerordentlich anregende Abendveranstaltung.
Die Jahrestagung war Teil der von Herrn Ott-Stelzner organisierten Festlichkeiten zum 200-jährigen Jubiläum der wissenschaftlichen Bibliotheksarbeit in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Die AKThB war entsprechend eingebunden in den Höhepunkt der Tagung, einem Festakt mit Bischof Dr. Gebhard Fürst und der Bundesministerin Dr. Anette Schavan.


Fortbildungslehrgang des VkwB vom 14. - 18.03.2011

Die protestantischen Kolleginnen und Kollegen bieten wieder einen Aufbaukurs zum Grundlehrgang Bibliothekarisches Fachwissen von 2009 an. Er findet in der Zeit vom 14. - 18. März 2011 im Erbacher Hof (Bildungshaus der Diözese Mainz) in Mainz statt. Die Kursgebühr berägt 90 Euro, Einzeltage 20 Euro. Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung sind darin nicht enthalten. Wem es gelingt noch im Erbacher Hof unterzukommen, muss mit Gesamtkosten von ca. 270 Euro rechnen. Ausführlich werden die Themen RAK-WB, Sacherschließung, EDV und Urheberrecht behandelt werden. Referiert wird von Frau Lehnert, Frau Wolf-Dahm, Frau Dr. Kieselstein und Armin Stephan.
Auskunft erteilt Frau Emmerich, Bibliothek des Landeskirchenamtes in Bielefeld.


Virtueller Katalog Theologie und Kirche VThK

Die Mitgliederversammlung der AKThB in Stuttgart-Hohenheim hat eine Fortführung des erfolgreichen Projektes für weitere drei Jahre zugestimmt. Als Neuzugänge sind inzwischen bereits eingebunden bzw. vorgesehen: Landeskirchliche Bibliothek in KArlsruhe, die Bibliothek des Landeskirchenamtes in Bielefeld und die Bibliothek des Adam-Möhler-Instituts in Paderborn.


Benediktinerabtei Michaelsberg in Siegburg wird aufgegeben

Nach 950-jähriger Tradition haben sich die Siegburger Benediktiner entschlossen ihre Abtei aufzugeben. In einer über das Internet verbreiteten Erklärung weisen die Mönche darauf hin, dass sich trotz der seit Anfang 2010 laufenden Bemühungen nun gezeigt habe, »dass unser Konvent nicht die innere Kraft hat, die eigenen Ansprüche an seine geistliche Identität zu erfüllen und zudem eine stabile finanzielle Zukunft zu sichern«.


Hochschulbibliotheken

Die Hochschulbibliotheken der beiden kirchlichen Bibliotheksverbände trafen sich am 24. und 25. März 2010 in der Bibliothek des Priesterseminars Fulda zum ersten Mal außerhalb des Spartentreffens der Jahrestagung. Das Treffen während der Jahrestagung wurde stets als zu knapp empfunden. Eine Frucht der Fuldaer Zusammenkunft war die Einrichtung eines für alle zugänglichen Webblogs. Interessenten können sich gerne anmelden. (Gahn)


Spartentreffen der Hochschulbibliotheken 2011

Die gesonderten Treffen sollen auch in 2011 fortgesetzt werden. So ist die nächste Tagung für den 16. und 17. Februar 2011 ebenfalls wieder in Fulda geplant. Im Mittelpunkt des Vortragsprogramms, das auch genügend Zeit für den Erfahrungsaustausch vorsieht, steht ein Workshop zu »Learning Library«. (Gahn)


Verkürzung der Jahrestagungen

Viele Mitglieder können sich nicht für die gesamte Jahrestagung von ihren Arbeiten frei machen. Zunehmend ist erkennbar, dass für die Teilnahme einzelne Tage ausgewählt werden. Zugleich sind Widerstände in den Verwaltungen gegenüber der Dauer der Veranstaltung spürbar. Daneben besteht bei den Sparten ein wachsendes Interesse, sich außerhalb der Jahrestagungen zu treffen, um anstehende Fragen mit mehr Zeit zu klären. Dies entlastet die Planung der Zeitabläufe bei den Jahrestagungen.
Der Vorstand wird zur Mitgliederversammlung 2011 ein Konzept vorlegen, wie die Jahrestagungen inskünftig verkürzt und gestaltet werden können. Dabei ist uns bewusst, dass die Situation der Klosterbibliotheken eigens bedacht werden muss.


Treffen in Freising zur Umsetzung der Leitlinien

Die »Leitlinien zur Bewahrung von gefährdeten kirchlichen Buchbeständen« sind eine wichtige Grundlage zur Erfüllug unseres Auftrages, kirchliches Kulturgut zu erhalten und zu dokumentieren. Allerdings können wir dem nur durch eine enge und abgestimmte Kooperation gerecht werden. Dies lässt sich wohl am leichtesten auf regionaler Ebene organisieren. So soll am 15. März 2011 in der Dombibliothek Freising bei der Tagung »Bewahrung kirchlicher Buchbestände. Umsetzung der DBK-Leitlinien in der Kirchenprovinz München und Freising« der Versuch gemacht werden, die kirchlichen Bibliotheken der Erzdiözese München und Freising und der Diözesen Augsburg, Passau und Regensburg über diese Frage miteinander ins Gespräch zu bringen. Die Einladung ergeht nicht nur an die Bibliotheken der Kirchenprovinz, sondern an alle Interessierten. (Gahn)


Neues Mitglied der AKThB

Anlässlich der Jahrestagung 2010 in Stuttgart hat die Mitgliederversammlung die Bibliotheca Carmelitarum Moguntiacum in Mainz, die von Pater Dr. Leo Groothuis OCarm vorgestellt und vertreten wurde, als neues Mitglied der Arbeitsgemeinschaft herzlich begrüsst.


Vorstandswahlen

Zur Mitgliederversammlung der Jahrestagung 2011 in Österreich stehen wieder Wahlen an. Vorstand und Beirat werden Kandidaten vorschlagen, bitten aber zugleich alle Mitglieder, Vorschläge und Wünsche einzubringen.

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