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Treffen der Landesgruppe Bayern am 10. April 2008 in München

24 Kolleginnen und Kollegen aus 21 verschiedenen Bibliotheken trafen sich am 10. April 2008 an der Bayerischen Staatsbibliothek (BSB) in München. Unmittelbarer Anlass war das 450jährige Jubiläum der Gründung der früheren Münchener Hofbibliothek durch Herzog Albrecht V. im Jahr 1558.

Im Friedrich-von-Gärtner-Saal begrüßte uns Dr. Claudia Fabian, Leiterin der Abteilung für Handschriften und Alte Drucke. Sie gab uns einen Einblick in die Organisation und Funktionen der BSB, den Sammelauftrag und Reichhaltigkeit der Bestände.

Die Sammelschwerpunkte der BSB mit Geistes-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen, dazu Bavarica, ergeben ein Drei-Pfeiler-Profil:
- Schatzkammer des schriftlichen Kulturerbes
- Informationsdienstleister für Forschung, Lehre und Studium
- Innovationszentrum für digitale Informationstechnologie und -services

Die Haupt-Abteilung Handschriften und Alte Drucke, wozu ein eigener Lesesaal mit 45.000 Bänden und 70 Arbeitsplätzen gehört und welcher das Institut für Buch- und Handschriftenrestaurierung (IBR) angegliedert ist, umfasst
- 90.200 Handschriften, davon über 30.000 Musik-Hss.,
- 19.900 Inkunabeln (größte Sammlung der Welt),
- 130.000 Drucke aus dem 16. Jahrhundert.

Zur Erschließung gehören
- das Zentrum für Handschriften-Katalogisierung,
- der Inkunabelcensus für Deutschland,
- das Verzeichnis der Drucke des 16. und 17. Jh. (VD 16 + VD 17),
- eine Einblattdruckdatenbank und Einbanddatenbank 15. und 16. Jh.,
- eine eigene Datenbank für Autographen und Nachlässe.

Zusammenarbeit und Erfahrungsaustausch erfolgen in verschiedenen nationalen Gremien (z.B. Kommission Altes Buch, Sammlung Deutscher Drucke 1450-1600) und internationalen Verbänden (CERL, LIBER, IFLA).

Am Schluß gab uns Frau Dr. Fabian einen Einblick in die beeindruckende Jubiläums-Ausstellung »Kulturkosmos der Renaissance«, die wir nach dem gemeinsamen Mittagessen besichtigen konnten (Erläuterungen mittels »Audio-Guide«). Zur Ottheinrich-Bibel - der kürzlich erfolgte Erwerb aller Teile war nur dank Drittmittel möglich - ist für Juli 2008 eine Ausstellung geplant.

Der zweite Tagesordnungspunkt war am Nachmittag ein Gespräch mit Frau Dr. Hildegard Schäffler, Referat Zeitschriften und Elektronische Medien, zum Thema Nationallizenzen.

Um die Versorgung mit elektronischer Fachinformation zu verbessern, finanziert die Deutsche Forschungsgemeinschaft seit 2004 den Erwerb von Nationallizenzen. Damit sind auch digitale Medien in das Programm der überregionalen Literaturversorgung einbezogen mit dem Ziel, dem Benutzer einen kostenlosen Zugang zu Datenbanken, digitalen Textsammlungen und elektronischen Zeitschriften zu ermöglichen.

Acht Einrichtungen, darunter die BSB München, sind Ansprechpartner für die Bereitstellung der Daten. Über das Internet können sich interessierte Institutionen und Privatpersonen für den Zugang registrieren lassen.

Leider wird bei Kirchlichen Hochschulen und deren Bibliotheken von manchen Anbietern die öffentliche Zugänglichkeit in Frage gestellt und unter Umständen vom Verleger eine extra Gebühr verlangt (Problem Brepols). An Frau Dr. Schäffler erging deshalb die Bitte, sich bei den entsprechenden Stellen für uns einzusetzen.

Einige Kolleginnen und Kollegen nahmen das Angebot von Pater Johannes Baar SJ an, die benachbarte Bibliothek der Hochschule für Philosophie der Jesuiten und die Redaktionsräume von »Stimmen der Zeit« zu besichtigen.

Einen kleinen bildlichen Einblick auf das Treffen in München hat ein evangelischer Kollege auf der Seite des VkwB erstellt.


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