HT: Lydia
UT: Zusatz 2,I - 4/5: Philosophisches Jahrbuch von Dr. A. Günther und Dr. J.E. Veith. - Zusatz [1.] 1849: Philosophisches Taschenbuch als Seitenstück zu A. Ruge's "Akademie" von Dr. A. Günther und Dr. J.E. Veith.
H: Im Titelzusatz erscheinen [als Hrsg. oder Verf.?] nur A. Günther und J.E. Veith, von denen zwar die meisten, aber nicht alle Beiträge stammten.
V: Wien: Wilhelm Braumüller, k.k. Hofbuchhändler. Reprint: Frankfurt/M.: Minerva, 1973.
F: 17 cm
Z: Der Band mit der Jahresangabe 1849 erschien ohne Band- oder Jahrgangsangabe, die übrigen Bände mit folgender Zählung: Zweiter Jahrgang, 1. Abt. 1851. - 2. Jg., 2. Abt. 1850. - 3. Jg. 1852. - 4. und 5. Jg. (zugleich letzter Jg.) 1854. Erscheinen eingestellt.
E: Erschien nicht in Heftform, sondern jeweils als Jahresband (Umfang je ca. 400 bis 650 Seiten).
R: Kein Register. Inhaltsverzeichnis in jedem Band, ohne Angabe der anonymen Verfasser. Abdruck aller Inhaltsverzeichnisse mit Verfasserangaben und Hinweisen (Anlaß der Beiträge, Gegner usw.) bei Paul Wenzel, 1961, s. Lit.
Ch: Philosophische, literarische und z.T. kirchenpolitische Aufsätze für gebildetes und kirchlich interessiertes Publikum, politisch konservativ (antikommunistisch, gegen die sog. Hegelsche Linke). Philosophisch-theologisch an Descartes orientiert, sog. "Güntherianismus". Mitarbeiter sind Anton Günther, dessen Freunde (z.B. J.E. Veith) und Schüler. Als Ziel verfolgt das Jahrbuch (wie Günther) die Ablösung der "heidnischen" Philosphie Europas, verkörpert in der "Akademia" des Platonismus (vgl. die "Akademie" von A. Ruge), durch eine christliche Philosophie, verkörpert in der griechischen Schülerin des Apostels Paulus Lydia (Apostelgeschichte 16,14). Mit anderen Werken Günthers kam "Lydia" 1857 auf den römischen "Index der verbotenen Bücher". Laut Vorwort "Epigraphe" (Lydia 1849, S. III-XIII) versteht sich das philosophische Jahrbuch "als Seiten- und Gegenstück zu dem für das Jahr 1848 herausgegebene des Herrn Arnold Ruge, des berühmten Agitators, der als äußerster Plänkler der Linken alles desavouiert, was die Rechte 'tut' (S. III).
L: Franz Heinrich Reusch: Der Index der verbotenen Bücher. Bonn 1885 (Neudr. Aalen 1967), II, S. 1121-1125. - Paul Wenzel: Das wissenschaftliche Anliegen des Güntherianismus. Essen 1961, S. 29-37 (mit Entschlüsselung der Anonymen). - Herman H. Schwedt: Die Verurteilung der Werke Anton Günthers (1857) und seiner Schüler. In: Zeitschr. für Kirchengesch. 101 (1990), S. 301-343.
Ex: UB Bonn; UB Tübingen. - Wegen der Indizierung in katholischen Bibliotheken selten vollständig.
(Herman H. Schwedt)