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Neue Mitgliedsbibliotheken 2000

Auf der Jahrestagung 2000 in Frauenchiemsee wurden vier Bibliotheken als neue Mitglieder in die AKThB aufgenommen.

  • Bibliothek der Zisterzienserinnen-Abtei St. Marienstern (AKTHhB-Sigel: 181)

Bibliothekarin (nebenamtl.): Sr. M. Elisabeth Gäbler OCist. - Klosterbibliothek; Träger: Zisterzienserinnen-Abtei St. Marienstern.

Bestände: Alte Bibliothek (bis ca. 1935): ca. 5.400 Drucke (meist 19. und 20. Jahrhundert), etwa 30 Inkunabeln und ca. 200 Handschriften; inhaltlicher Schwerpunkt: Spiritualität, Liturgik und Theologie allgemein. - Neue Bibliothek (ab ca. 1935): ca. 4000 erfasste Bände, vorwiegend allgemeine, monastische und zisterziensische Spiritualität.

Kataloge/Erschließung: fortlaufendes Eingangsbuch aller Bände (nach Titeln); Verzeichnisse (nach Sachgebieten); daneben für die Handschriften Einzelkarteien und für die Neue Bibliothek ein Autorenkatalog. Erfassung durch EDV geplant.

Benutzung: in der Regel nicht öffentlich zugänglich (Klausur), Ausleihe nur in Ausnahmefällen.

Geschichte: Die seit der Gründung von St. Marienstern im Jahre 1248 stets im Kloster vorhandenen Bücher befanden sich entsprechend ihrem Gebrauch an verschiedenen Orten: Sakristei, Kanzlei, Abtei, Propstei, Schwesternzellen. Erst um 1880 wurde der Bestand (auch räumlich) zu einer Bibliothek im heutigen Sinn zusammengefasst, er verändert sich entsprechend dem Bedarf des Konvents und wirtschaftlicher Gegebenheiten. Bedeutende Verluste gab es im Dreissigjährigen Krieg, aber auch 1945.

Literatur:

Blaschke, Karlheinz (Hrsg.): 750 Jahre Kloster St. Marienstern. Festschrift. Halle an der Saale 1998.

Zum Lob und Ruhme Gottes. Kloster St. Marienstern. Hrsg. von der Zisterzienserinnen-Abtei St. Marienstern im 750. Jahr ihres Bestehens. Leipzig 1998.

Oexle, Judith u.a. (Hrsg.): Zeit und Ewigkeit. Katalog zur 1. Sächsischen Landesausstellung. Halle an der Saale 1998.

Magirius, Heinrich; Winzeler, Marius: Im Glanz der Ewigkeit. Kunstwerke im Kloster St. Marienstern. Halle an der Saale 1999. (Die genannten Titel enthalten allgemeine Aufsätze und die Beschreibung einzelner Handschriften und Bücher)

Vorsteher: Prior P. Bruno Becker OSB, Leiter: Dr. Adolf Hahnl, Bibliothekarin: Dr. Renate Egger-Wenzel; dazu weitere Personen für Archiv, Musikalien-Sammlung und Liturgisches Institut. - Klosterbibliothek; Träger: Erzabtei St. Peter, Salzburg.

Bestände: ca. 120.000 Bde, davon 891 Inkunabeln, 1500 Frühdrucke, ca. 30.000 alte Drucke vor 1800; 1300 Handschriften (davon 846 vor 1600), etwa 230 laufende Zeitschriften. - Sondersammlungen: Klösterliche Handbibliothek, Liturgisches Institut, Musikalien (Mozart, Haydn u.a.) - Sammelschwerpunkte: Benedictina, Ordensgeschichte.

Kataloge/Erschließung: (frühere bzw. bisherige Zettel- oder Band-Kataloge); EDV-Erfassung seit Februar 2000 (Teilnahme am Aleph-Verbund der österreichischen Bibliotheken).

Benutzung: Öffentlich zugänglich. - Öffnungszeiten: Mo - Do 8.00 - 12.00 Uhr und 14.00 - 17.00 Uhr, Fr 8.00 - 14.30 Uhr. - 2 PC mit Internet-Anschluss. - Keine Teilnahme am Leihverkehr.

Geschichte: Gründung von Abtei und Bibliothek im 8. Jahrhundert, Ende des 12. Jahrhunderts ist der (Handschriften)-Bestand mit 244 Nummern auf einer einem Codex angebundenen Liste aufgeführt, dabei wird zwischen der Mönchsbibliothek und einer Schulbibliothek in St. Peter unterschieden. 1462 wird ein Bibliothekar namentlich erwähnt.

Im 17. Jahrhundert erfuhr die Bibliothek mit der Errichtung eines Gymnasiums (1617) und der Benediktiner-Universität (1622) einen kontinuierlichen Bestandszuwachs. Abt Beda Seeauer vermehrte ebenfalls die Anzahl der Bücher und richtete die Zellenbibliothek (7 Räume) im Rokokostil ein. 1793 wird in einer Geschichte der Stadt Salzburg der Umfang mit ca. 32.000 Bänden angegeben.

Durch die Napoleonischen Kriege (1800, 1805, 1809) und Notverkäufe während der Zwischenkriegszeit (586 Inkunabeln und 50 Handschriften) erlitt die Bibliothek herbe Verluste, ebenso durch Plünderungen der in das Dürrnberger Salzbergwerk ausgelagerten Bestände am Ende des Zweiten Weltkrieges (1945).

Die Abtei wurde 1942 von den Nationalsozialisten aufgehoben, von 1941 bis 1945 war die Bibliothek verwaist, 1945 wird das Stift restitutiert. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden durch verschiedene bauliche Maßnahmen (moderner Bücherspeicher, Handschriften- und Frühdruckraum, separater Zugang außerhalb der Klausur) die Bedingungen für die Aufbewahrung und Benutzung der Bücher (1985 moderne Bibliotheksordnung) verbessert, der seit 1949 erstellte Gesamtkatalog nach den Preußischen Instruktionen wird ab 2000 durch eine EDV-Katalogisierung nach RAK-WB im System Aleph (Verbund der österreichischen Bibliotheken) abgelöst.

Literatur:

Hahnl, Adolf; Eder, Petrus: Bibliothek der Erzabtei St. Peter, in: Handbuch der historischen Buchbestände in Österreich, hrsg. von der Österreichischen Nationalbibliothek unter Leitung von Helmut W. Lang. Hildesheim [u.a.] 1996, S. 312 - 317.

  • Bibliothek des Collegium Borromaeum (AKThB-Sigel: 183, DLV: Frei 25)

Leitung: Herbert Frey M.A. - Priesterseminarbibliothek; Träger: Erzdiözese Freiburg

Bestände: ca. 107 000 Bände, 162 Inkunabeln, 5 Handschriften, 84 laufende Zeitschriften. - Sammelschwerpunkte: Theologie, Religionsphilosophie. - Sondersammlungen: Nachlässe Erzbischof Hermann Schäufele (1906-1977) und Prof. Bernhard Welte (1906-1983).

Kataloge/Erschließung: Seit 1995 elektronische Erfassung der Bestände mit dem Programm Faust, ca. 53 000 Bände sind erfasst (Stand 8/2000); nicht elektronisch erfasster Bestand zugänglich durch Zettelkatalog (PI); neuer Zettelkatalog nach RAK-WB ist im Aufbau.

Benutzung: Vorwiegend Priesteramtskandidaten der Erzdiözese Freiburg; sonstige Benutzer sollten sich nach Möglichkeit vorher telefonisch anmelden. Fernleihe nur zum Zeitschriftenbestand (Kopie).

Öffnungszeiten: 9.00-12.00 und 14.00-17.00 Uhr, Freitags 9.00-12.00 und 13.15-15.30 Uhr. Ausleihe nur an Priesteramtskandidaten, sonstige Benützer benötigen für die Ausleihe eine Genehmigung der Hausleitung.

Geschichte: Im Jahre 1828 wurde für die 1827 errichtete Erzdiözese Freiburg ein Priesterseminar mit integriertem Theologenkonvikt eröffnet. Die dort gleich nach der Gründung der beiden Institutionen eingerichtete theologische Studienbibliothek wurde nach deren Trennung (1842) dem nun nach St. Peter im Schwarzwald umgesiedelten Priesterseminar einverleibt, so dass für das "Collegium Theologicum" zunächst keine Bibliothek zur Verfügung stand. Erst seit 1843 läßt sich für das Konvikt eine Bibliothek nachweisen, deren Bestand bis zu ihrer fast völligen Zerstörung beim Bombenangriff auf Freiburg am 27. November 1944 auf etwa 36.000 Bücher angewachsen war. Erhalten geblieben sind davon die schon 1941 und nochmals 1944 in den Tiefkeller der Ordinariatsgebäudes ausgelagerten wertvollsten Altbestände und Inkunabeln (weniger als 20 Prozent).

Seit 1945 wurde dieser Restbestand Grundstock der heutigen Bibliothek des Collegium Borromaeum. Der damalige Bestand wurde durch zahlreiche Nachlässe und durch Kauf kontinuierlich ausgebaut. Aus den Nachlässen ist besonders hervorzuheben die Bibliothek von Pfarrer Helmut Ginter (ca. 4000 Titel) mit einer umfangreichen Sammlung zur Kunstgeschichte (Elsass und Baden) des 19. Jahrhunderts; ferner die Nachlass-Bibliotheken des Religionsphilosophen Bernhard Welte (ca. 2100 Titel) und von Erzbischof Hermann Schäufele (ca. 4400 Titel).

Zusammen mit anderen Altbeständen erhielt das Collegium Borromaeum 1973 Bestände aus der Bibliothek des Domkapitels und des Diözesanarchivs, darunter 107 Inkunabeln und ca. 2500 lateinische und französische Werke des 16. bis 18. Jahrhunderts., die in der überwiegenden Zahl aus Privatnachlässen stammten. Im Bestand des 16. Jahrhunderts finden sich u.a. Werke der Patristik der Basler Froben-Ausgaben. Das 17. Jahrhundert ist neben einer größeren historischen Einzelgruppe vor allem durch kontroverstheologische, praktisch-theologische und katechetische Literatur vertreten.

Literatur:

Handbuch der historischen Buchbestände, Hildesheim [u.a.] 1994, Bd. 7, S. 172 - 175. - Sack, Vera, Die Inkunabeln der Universitätsbibliothek und anderer öffentlicher Sammlungen in Freiburg im Breisgau und Umgebung, Wiesbaden 1985, Teil 3.

  • Bibliothek des Benediktinerabtei Muri-Gries (AKThB-Sigel: 184)

Bibliothekar: P. Plazidus Hungerbühler OSB; Mitarbeiter: Prakash Ramachandran. - Ordensbibliothek; Träger: Benediktinerabtei Muri-Gries, Bozen.

Bestände: ca. 90.000 Bände (davon ca. 25.000 Drucke vor 1850), zahlreiche Inkunabeln und alte Drucke, ca. 80 laufende Zeitschriften. - Sammelschwerpunkte: Tirolensia, Helvetica, Monastica. - Magazinaufstellung nach Fachgruppen.

Kataloge/Erschließung: Alphabetischer Zettelkatalog, Schlagwortkatalog, Standortkatalog. - Bestand im Internet abfragbar unter der Adresse: http://www.unibz.it/opacUNI/index.asp?Lang=2

Benutzung: Angehörige der Abtei und auswärtige Interessenten nach Voranmeldung.

Geschichte: Den Grundstock der heutigen Bibliothek bilden Bestände aus dem Kloster der Augustinerchorherren, die von 1406 bis zur bayerisch-napoleonischen Aufhebung im Jahre 1806 das Gebäude am Grieser Platz bewohnten (noch heute lassen sich ca. 5000 Bände aufgrund der handgeschriebenen Besitzvermerke nachweisen).

Die 1841 in Muri (Schweiz, Kanton Aargau) vertriebenen Benediktiner konnten 1845 das leerstehende Augustinerchorherrenstift Gries bei Bozen übernehmen. Sie erweiterten den Bibliotheksbestand durch mitgebrachte Bücher und viele Neuanschaffungen, die wegen der klosterinternen Hausschule (bis 1970) notwendig waren.

Seit April 1997 bis September 1999 wurde zusätzlich der gesamte Bestand vom Südtiroler Projekt "Erschließung historischer Bibliotheken" (EHB) mit dem Datenbank-Programm "Bibliotheca 2000" der Firma B.O.N.D. neu erfasst. Über den Web-OPAC der Universitätsbibliothek Bozen können die Bestände des Projektes "Erschließung historischer Bibliotheken" (EHB) recherchiert werden.

Literatur:

Trafojer, Ambros: Das Kloster Gries. 2. neu bearb. Aufl. Bozen: Selbstverlag Kloster Muri-Gries, 1982.

Hungerbühler, Plazidus: Notizen zum soziokulturellen Beitrag des Benediktinerklosters Muri-Gries in Südtirol von 1845 bis 1980, in: "Der Schlern", 54 (1980), S. 384 - 394 (insbes. S. 392).

Kulturelemente : Zeitschrift für aktuelle Fragen. Hrsg. von der Distel-Vereinigung, Bozen, Nr. 17 (1999) = Sonderheft mit verschiedenen Beiträgen zum EHB-Projekt und zur Bibliothek von Muri-Gries.

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