Auf der Jahrestagung 2003 in Benediktbeuern wurden zwei Bibliotheken als neue Mitglieder in die AKThB aufgenommen.
Historische Bibliotheken der einstigen Landkapitel; Träger: Diözese Augsburg
Kontaktperson: Dr. Erwin Naimer
Ansprechpartner für Auskünfte und Benutzung: Dipl. Theol. Christian Pluta M.A.
Die Entstehung der Augsburger Kapitelbibliotheken geht offenbar ins Jahr 1826 zurück; sie sollten nach der Aufhebung der Klöster mit ihren Bibliotheken dem Klerus auf dem Land die Möglichkeit zur Weiterbildung geben. Nicht unwesentlich haben Vermächtnisse von Pfarrern zum Anwachsen der Bibliotheken beigetragen, so etwa im Landkapitel Stiefenhofen. Dort vermachte schon 1807 der Pfarrer Joseph Fidel seine Bibliothek im Umfang von 3500 Bänden der Bibliothek.
1889 forderte ein Generale die Katalogisierung der Bestände. Dies führte zum Druck einiger Bibliothekskataloge (19 Kataloge sind erhalten). Wie es scheint, wurden die Bibliotheken bis in die 1920er Jahre hinein gepflegt und landeten dann auf den Dachböden und in den Kellerräumen der verschiedenen Pfarrhöfe, wo sie oft unbeachtet herumstanden.
Um weiteren Verlusten vorzubeugen, regten der Verein für Augsburger Bistumsgeschichte und der damalige Generalvikar Eugen Kleindienst die Verlagerung nach Augsburg an. Die Leiterin der Diözesanbibliothek, Frau Birgit Mangold, und ihr Vorgänger, Herr Engelbert Schwegele, haben erste Verzeichnungsarbeiten vorgenommen, im Jahr 1999 erhielt das Archiv des Bistums Augsburg - damals unter der Leitung von Dr. Stefan Miedaner - aufgrund eines Beschlusses der Ordinariatssitzung den Auftrag zur Einholung und Betreuung der Bibliotheken.
Es sind wohl in 36 der insgesamt 40 Landkapitel Kapitelbibliotheken eingerichtet worden; von diesen wurden bisher 32 festgestellt und 27 schon nach Augsburg in die Bibliothek des Priesterseminars gebracht. Es handelt sich dabei um rund 48.000 Bände - wieviele noch dazukommen, ist nicht recht abzusehen.
Die Größe der Bibliotheken ist sehr unterschiedlich, von etwa 150 Bänden in Lauingen bis zu rund 6000 Bänden in Kempten - Sonthofen; der Großteil bewegt sich zwischen 600 und 1500 Bänden. Zeitlich umfassen sie Bücher von der Inkunabelzeit bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts, doch liegt der Schwerpunkt im 18./19. Jahrhundert. Etliche Bände standen einst in Klosterbibliotheken; aufgestellt waren sie nach einer gewissen Systematik nach Fächern wie Aszetik, Kirchengeschichte usw. Es gibt aber auch - bei weitem Übergewicht der Theologie - Fächer wie Allgemeine Geschichte und Naturwissenschaften.
Die Bücher werden buchpflegerisch und restauratorisch behandelt und sollen nach und nach per EDV erschlossen werden. Die Bibliotheken sind dem Archiv des Bistums Augsburg zugeordnet, eine Benutzung kann nach vorheriger Vereinbarung in der Bibliothek des Priesterseminars erfolgen.
Kontaktperson: Dr. Christoph Dietz. – Dokumentationsstelle mit Spezialbibliothek; Träger: Catholic Media Council
Catholic Media Council (CAMECO) ist ein seit 1969 bestehender gemeinnütziger Verein, der kirchliche Hilfswerke bei der Förderung von Medienprojekten in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa berät. Mitglieder dieses Vereins sind sechs kirchliche Hilfswerke (Adveniat, Cordaid, Fastenopfer der Schweizer Katholiken, Misereor, Missio, Renovabis), drei von der Deutschen Bischofskonferenz benannte Medienexperten und die internationalen katholischen Journalistenverbände SIGNIS und UCIP. Unsere Beratungsleistungen werden aber auch von zahlreichen anderen Werken (Kindermissionswerk, Evangelischer Entwicklungsdienst, Kirche in Not, Dreikönigsaktion in Österreich, Catholic Communication Campaign der US-Bischofskonferenz, Broederlijk Delen in Belgien u.a.) in Anspruch genommen.
1998 wurde begonnen, die Buchbestände zu systematisieren. Es handelt sich um eine Fachbibliothek ausschließlich zum Themenbereich Medien (Presse, Rundfunk, Fernsehen, Internet etc.) in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa im Umfang von derzeit rund 4.500 Bänden, vor allem in englischer, spanischer, französischer und portugiesischer Sprache. Dem Arbeitsschwerpunkt von CAMECO entsprechend wird gezielt sowohl praxisbezogene als auch wissenschaftliche Literatur aus den Bereichen Medien und Entwicklung und Kirchliche Medienarbeit in Entwicklungsländern erworben.
Der jährliche Zuwachs liegt bei ca. 400 Dokumentationseinheiten mit einem hohen Anteil grauer Literatur unserer Projektpartner. Die Buchbestände sind mit einem detaillierten eigenen Thesaurus inhaltlich erschlossen (in Englisch), hinzu kommen etwa 150 Periodika und ein Pressearchiv, ferner existiert ein umfangreiches Projektarchiv (12.000 Medienprojekte seit 1970). Auch außerkirchlich sind wir die einzige Bibliothek in Deutschland, die auf das genannte Thema spezialisiert ist, der Katalog soll im Laufe des Jahres 2004 online abrufbar sein.