Auf der Jahrestagung 2004 in Aachen wurden drei Bibliotheken als neue Mitglieder in die AKThB aufgenommen.
Bibliothekarin: Sr. Dr. Christiana Reemts OSB. - Klosterbibliothek; Träger: Benediktinerinnenabtei Mariendonk.
Die Bibliothek der Abtei Mariendonk entstand mit der Gründung des Klosters im Jahre 1900. Sie steht den Schwestern der Abtei und ihren Gästen in Freihandaufstellung zur Verfügung und sieht es als ihre Aufgabe an, diesem Benutzerkreis ein breites Spektrum an theologischer Literatur zur Verfügung zu stellen. Der Schwerpunkt liegt entsprechend der spirituellen Ausrichtung des Klosters und der dort betriebenen wissenschaftlichen Arbeit auf dem Gebiet der Patristik. Die Bibliothek hält aber auch vielfältige andere Literatur bereit, vor allem Kunstbände, Biographien und Belletristik.
Die Bücher wurden seit etwa 1975 in einem alphabetischen Verfasser- und Schlagwortkatalog systematisch erfaßt. 1992 wurde die Bibliothek auf EDV umgestellt, zur Anwendung kommt das Programm "memo" (inzwischen Version 2.00) der Firma Bibliosoft. Etwa 21.000 Bände, das entspricht rund zwei Drittel des Gesamtbestandes, sind derzeit erschlossen.
Da 1997 die bestehenden Bibliotheksräume zu klein wurden, wurde eine neue Bibliothek in einem Teil der ehemaligen Landwirtschaftsgebäude eingerichtet. Die neue Bibliothek umfaßt zwei große Räume, von denen einer auschließlich für theologische Literatur vorgesehen ist, einen Arbeitsraum für die Bibliothekarinnen und einen kleinen Raum, der über die Geschichte des Klosters informiert. Außerdem gibt es in der Klausur noch eine Präsenzbibliothek mit Zeitschriften und Nachschlagewerken sowie eine Arbeitsbibliothek für die patristische Forschung, in der alle Primärliteratur aufbewahrt wird.
Leitung: Regens Salvador Pane Dominguez, Subregens Rodolfo Morales Hintze. Bibliothekare: Martin Ostheimer, Marcos Keel Pereira (beides Seminaristen). - Priesterseminarbibliothek; Träger: Redemptoris Mater Köln e.V.
Errichtet wurde das "Erzbischöfliche Missionarische Priesterseminar ‚Redemptoris Mater', Köln" am 08.12.2000 durch den Erzbischof von Köln, Kardinal Joachim Meisner, als ein Vollseminar, das neben den anderen Priesterausbildungsstätten des Erzbistums Köln besteht. Es gründet auf der Erfahrung des Neukatechumenalen Weges und ist somit eine Frucht der Erneuerung der Kirche, die das Zweite Vatikanische Konzil in Gang gesetzt hat. Geprägt ist das Seminar von drei wesentlichen Aspekten: 1. Es ist diözesan, d.h. die aus ihm hervorgehenden Priester sind Diözesanpriester des Erzbistums Köln. 2. Es ist missionarisch, d.h. die in ihm ausgebildeten Priester sind bereit, sich im Rahmen der Neuevangelisierung "bis an die Enden der Erde" senden zu lassen. 3. Es ist international, d.h. in ihm werden Seminaristen verschiedenster Nation und Sprache ausgebildet - derzeit (Stand 07/2004) 23 Seminaristen aus 12 Nationen Europas und Lateinamerikas.
Das Seminargebäude befindet sich seit September 2001 im früheren Benediktinerinnenkloster "Maria Hilf" in Bonn-Endenich. Dessen ehemalige Klosterbibliothek, die schwerpunktmäßig Erbauungsliteratur und Werke von und über Heilige enthielt, bildet mit ihren ca. 8.000 Werken den Grundstock der Seminarsbibliothek. Aus diesem Bestand wurden die für das Theologiestudium nützlichen Werke zusammengezogen und mit dem Aufbau einer theologisch-philosophischen Abteilung begonnen. Diese wurde durch einige Nachlässe von Pfarrern, ausgesonderte Bestände einer öffentlichen Bonner Bibliothek, Bücherspenden von Wohltätern und den Zukauf von Studienliteratur kontinuierlich ausgebaut.
Der Bestand des ehemaligen Klosters "Maria Hilf" war mittels eines Zettelkataloges erschlossen. Im Zuge der Umstrukturierung und Erweiterung der Bibliothek wurde diese Erschließung nicht aktualisiert, sodass zum jetzigen Zeitpunkt nur eine grobe Systematik und keine brauchbare Erfassung der Bestände existieren. Die systematische Strukturierung und elektronische Erfassung der Bestände befindet sich in Vorbereitung und soll dieses Jahr (2004) noch in Angriff genommen werden (vorgesehenes Programm: Bibliotheca 2000 der Firma BOND).
Die Benutzung geschieht vorwiegend durch Seminaristen des Priesterseminars sowie durch Gäste; zukünftig auch durch Priester, die aus dem Seminar hervorgegangen sind. Eine Ausleihe ist im Prinzip nur an Seminaristen möglich, sonstige Interessenten benötigen für die Ausleihe eine Genehmigung der Hausleitung.
Die Bibliothek umfasst derzeit ca. 13.000 Bände mit den Sammelschwerpunkten Theologie, Philosophie, Geschichte, Erbauungsliteratur, Werke von und über Heilige. Vor allem die theologisch-philosophische Abteilung bedarf noch einer umfangreichen Ergänzung und Erweiterung, sowohl was aktuelle, als auch was "klassische" Literatur betrifft. Für Unterstützung durch Überlassung oder durch Spenden sind wir jederzeit offen und dankbar.
Bibliothekar: Hubert Frank. - Spezialbibliothek; Träger: Bischöfliche Aktion Adveniat.
Die Bischöfliche Aktion Adveniat zur Unterstützung der Kirche in Lateinamerika wurde 1961 ins Leben gerufen, 1972 wurde die Bibliothek gegründet. Sie umfasst derzeit rund 17.500 Bände mit Schwerpunkt Lateinamerika (Theologie und Kirche, Gesellschaft und Geschichte, Literatur und Biographien, auch Reiseführer und Bildbände). Ein Großteil der Bücher liegt in deutscher Übersetzung nicht oder noch nicht vor. Erwähnenswert ist dabei eine Reihe von Faksimile-Ausgaben (Codices, katechetische Bücher aus der Erstevangelisierung), dazu eine Sammlung von Bibel- und Katechesetexten sowie Grammatiken und Wörterbüchern in Indianersprachen.
Es gibt einen gedruckten Gesamtkatalog aus dem Jahr 1988 mit 15 jährlichen Supplementen. Der gesamte Bestand ist elektronisch erfasst (Programm LIDOS) und soll demnächst im Internet abfragbar sein, für Recherchen steht den Benutzern in der Bibliothek ein Computer zur Verfügung.
Ein Teil der Bibliothek (Lexika, wertvollere Bücher) zählt zum Präsenzbestand, der größere Teil kann jedoch ausgeliehen werden. Die Bibliothek Adveniat ist öffentlich zugänglich, der Benutzerkreis reicht von Schülern bis zu Studenten und Doktoranden sowie allgemein an Lateinamerika Interessierten.